Weihnachtsmoratorium

Die weihnachtlichste aller Zeiten steht vor der Tür. Am heutigen Abend wird das Fest, von dem viele Denken, es würde zu Ehren desjenigen gefeiert, der die Shoppingmalls erfand, seine kommerzielle Klimax erreichen. Und wie auch schon letztes Jahr, freue ich mich wie von Sinnen auf dieses Fest der Feste. Auf die familiäre Zusammenkunft, das übertriebene Essen und natürlich auf die Musik!

mukke!

Natürlich wünsche ich auch allen verbliebenen mindplasma.org Lesern, die in letzter Zeit nichts mehr zu Lachen Lesen hatten, eine wunderbare Weihnacht. Auf das alles gut werde!

 

Störung

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dreineun’n'neunzich, bidde.

Die Bewohner der Nordländer sind uns ja in einigem einiges vorraus. Nicht nur, daß sich dort keiner darüber beschwert, daß man in öffentlichen Gebäuden egal welcher Größe nicht raucht und diese Unart schon viele Jahre vor uns verboten hat, nein, auch in anderen Bereichen des täglichen Miteinanders hat man in Nordeuropa 2mal länger nachgedacht und eine Lösung im Sinne der Allgemeinheit gefunden. Es ärgert mich schon seit sehr langem und die Wut stieg gestern, beim Milch kaufen wiedereinmal mit voller Gewalt in mir hoch: X,99 Preise.

Der Plus hier ums Eck ist einer der engsten Läden dieser Welt. Die Gänge muss man sich vorstellen wie als von eine anorektischen Maulwurf gegraben, jedoch durch Ware statt durch Erde. Umkehren unmöglich. Der zerknirschten Gesamtstimmung entgegen grinsen einen allerorten die "kleinen Preise" an. Das sind fröhliche, orangerote, dreidimensionale Zahlen, die meinen ganzen fokussierten Unmut in Form eines Cent-Betrages auf dem Rücken schleppen. 1,49, 2,39 und so weiter.

In Finnland hat man kapiert, daß es absoluter Schwachsinn ist, 1, 2 und 5 Cent Münzen zu benutzen. Und das ist nicht so, weil es in Finnland so kalt ist, daß einem die Finger beim rauspulen der Centmünzen abfrieren oder man Angst haben muss, daß einer, der in der Warteschlange ansteht, amoklaufen könnte, sondern einfach, weil es logisch ist. Deshalb gibt es dort 1, 2 und 5 Cent Münzen nur für Sammler. Bei denen gibt es nicht die "kleinen Preise", sondern die "geraden Preise" welche ich den ein Cent günstigeren um ein vielfaches vorziehe.

In Deutschland verlässt man sich nach wie vor darauf, daß die Leute zu blöd sind, in ihrer Kalkulation 99 Cent als 1 Euro zu verbuchen. Daß sie körperlich stark sind, um Unmengen nervigen Rotgelds mit sich rumzuschleppen und vorallem immens viel Zeit haben, an der Kasse gefühlte 9h und 59min zu warten, bis das athritische Mütterchen vor einem die 48 Cent aus ihrer Geldbörse genestelt hat, anstatt daß sie einfach 4,50 für die Schogetten und die Diät-Leberwurst auf den Tresen legt. Große Geldstücke, mit geriffeltem Rand und mit ohne Kupfer.

Allerdings passt ein solcher Anachronismus gut in eine so auf Pseudoeffizienz getrimmten Welt, in der auch vor einem Feiertag so eingekauft wird, als wäre es ein Atomschlag mit nachfolgender, 6 monatiger Kontamination (Keine Anspielung auf den Tag der deutschen Einheit. Falsche Kontaminationsdauer). Wir haben ja sonst nix zu tun.

 

Infopainment

Weil André schon ein bisschen zu weinen angefangen hat, fühle ich mich heute einmal bemüßigt, nochmal ins Bloggerhandwerk einzusteigen, obwohl ich doch meinen Meisterbrief schon lange fest in Händen halte.

Was André in seinem Beitrag "content-flaute™" nennt ist ein Phenomen, daß sich nicht nur auf Blogs, sondern auch auf Printmedien beziehen lässt. Mit Content, so sei in diesem Zusammenhang angemerkt, ist der geistige Nähwert gemeint, nicht die tatsächlich Anzahl der Worte. Besonders herrausragend im Bereich der Nährwerteinsparer ist die "Infotainment" genannte Branche der Trivialwissenschaft. Der Nährwertgehalt selbiger ist gleichauf mit chinesischem Milchpulver und richtet sich dabei nichtmal an Säuglinge sondern eher an Erwachsene mit der Intelligenz eines durchschnittlichen Wiesnbesuchers.

Daß Galileo absolute Rotze ist, ist ja mittlerer Weile allenthalben bekannt, aber für alle, die das noch nicht Wissen und sich allabendlich von einem geschmacklosen Fettmops die Gigantomanie in Nahrungsmittelvergeudung als Wissenshaft verkaufen lassen, gibt es jetzt auch was, was sich neben der InTouch der Freundin auf dem Couchtisch gut macht: "Welt der Wunder – Entdecken, staunen, wissen". Eine Zeitschrift. Das einzige, worüber ich Bauklötze gestaunt habe ist, was da drin für ein hahnebüchender Krempel erzählt wird, wenn man den Text denn mal gefunden hat. Der versteckt sich nämlich immer da, wo nicht gerade ein seitenfüllendes Symbolbild oder eine nichtssagende Grafik bunt nach dem Auge des Betrachters grabscht.

Hat man dann den Text zum Bild gelesen, wünscht man sich kurz darauf das nicht getan zu haben, denn irgendwie fühlt man sich peinlich berührt, wenn man an den Schreiber des Artikels denkt, der sich mit dem Katalysieren von Informationen aus den Archiven irgendwelcher Ufologen und ählicher Traumtänzer den Lebensunterhalt verdienen muss.

Worum gehtsn da so? Ja, um tolle Sachen, an denen die Wissenschaftler gerade unter Hochdruck arbeiten, um unser Leben futuristischer zu machen. Wann können wir beamen? Sind Reisen mit Antimaterie möglich? Wann stirbt das Internet? Wie baut man eine Tarnkappe? Das sind die Fragen, die uns beschäftigen und die vermutlich vom Dr. Sommer Team beantwortet werden. Danach wissen wir endlich, wie die Waschmaschine funktioniert und wieso der dominikanische Schlitzrüssler ein "unkaputtbarer Gift-Gnom" ist. Danke, Welt der Wunder für so viel Staunen, Entdecken und Wissen, daß ihr da auf ca. 100 bunte Seiten (abzüglich Werbung) für preiswerte 3,50€ gebannt habt. Allen anderen, die saugfähigeres Klopapier für weniger Geld kaufen sei geraten, sich über Wissenschaftsthemen selbst kompetent zu informieren. Das ist umfassender, weniger Zeitverschwendung und folgt der alten Weisheit "Brot gut kaun macht Kot gut braun".

Und für alle, die das hier gelesen haben um zu erfahren, wie ein Perpetuum Mobile nun wirklich funktioniert, die klicken jetzt auf weiter …

 

Relocation

MUC

Guten Tag werte Leserschaft. Ich möchte mit diesem Beitrag lediglich darauf aufmerksam machen, daß euer Lieblingsblog "mindplasma.org" von heute an aus der Landeshaupstadt Bayerns, nämlich aus München sendet. Zwar nur temporär, aber doch lange genug, um zwischenzeitlich ein paar Beiträge fluppen zu lassen. Der Grund meiner Relocation war die Erkenntnis, daß man das Übel stets bei der Wurzel packen sollte und so werde ich versuchen das Übel Volksmusik hier in seiner Hochburg im Keim zu ersticken. Und dabei werde ich es schwer haben, wird man als Hochdeutschsprecher in Bayern doch beargwöhnt wie einer mit Bart und Turban in ner 747. Unfug. Eigentlich möchte ich mich hier ein bisschen bilden und gleichzeitig Urlaub von Korruption machen. Auf eine tolle Zeit!
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